Mark Schwarz, ein kreativer Entrepreneur mit einer Liebe und Leidenschaft für die mechanische Uhrmacherei. Er war Zeuge einiger der härtesten Momente des Lebens und beschloss, dass es an der Zeit war, sich auf sein eigenes horologisches Abenteuer einzulassen.


1. Beschreiben Sie uns Ihr Elternhaus: Wie sah Ihre Kindheit aus?

Mein Vater arbeitete als Service Techniker für einen international tätige Firma. Arbeitsbedingt bereiste er mit meiner Mutter zusammen die Welt. Sie lebten und arbeiteten unter anderem in Brasilien, Iran und Bangladesch. Ich wurde in der Schweiz geboren, lebte jedoch die ersten Jahre meines Lebens in der Türkei und Ägypten, bevor wir in die Schweiz zurückkehrten. Da meine Mutter Britin ist, sprachen wir nur Englisch während wir im Ausland lebten. So kam es, dass ich im Kindergarten der Einzige in der Klasse war, der kein Deutsch sprach. Zum Glück lernt man als Kind sehr schnell, sodass ich schon bald auch mitreden konnte 😊.

Die Schulzeit war nicht immer einfach. Ich war schon von klein auf ein Querdenker und stark von Sinnhaftigkeit getrieben. In der Schule sah ich häufig den Nutzen gewisser Fächer nicht, was zu vielen Fragen meinerseits und letztendlich zu Problemen führte. Ich fühlte mich teils vom System in eine Form gepresst und je fester die Presse zu drückte, desto stärker wehrte ich mich dagegen. Ich denke das ist der Grund weshalb das Kind in mir bis heute überlebt hat und auch weiterhin überleben wird.

 

2. Hatten Sie als Kind spezielle Ziele? Was wollten Sie werden?

Als Kind wollte ich Militär Pilot werden und verwandelte einen Teil meines Kinderzimmers in ein Cockpit, in welchem ich zahlreiche Luftkämpfe bestritt. Als ich älter wurde, wollte ich unbedingt professionell Basketball spielen und träumte von einer Karriere in der NBA. Ich spielte auch im Winter auf dem Basketballplatz, der teils schneebedeckt war und für kopfschüttelnde Passanten sorgte.

Leider war ich damals einer der Kleinsten auf dem Platz, was es mir nicht einfacher machte und um ehrlich zu sein, hatte ich auch einfach zu wenig Talent 😉.

Im Laufe der Jahre hatte ich viele Ambitionen, aber was sich bisher wie ein roter Faden durch mein Leben durchzog, war meine Leidenschaft, Dinge zu kreieren. In meiner Kindheit spielte ich ständig mit LEGO, baute Raketen, ganze Städte und viele coole Maschinen.

Später griff ich zum Pinsel und brachte meine Kreativität auf der Leinwand zum Ausdruck. Ich bin ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf und liebe es spektakuläre Landschaften abzulichten. Meine Interessen haben sich im Laufe meines Lebens stetig entwickelt aber was immer bleiben wird, ist meine Leidenschaft, Dinge zu kreieren.

3. Was ist Ihre erste wichtige Kindheitserinnerung?

Die Sound & Light Show der Pyramiden von Gizeh. Da war ich ca. 3½  Jahre alt. Zusammen mit meiner Mutter und meinem Vater besuchten wir die Shows öfters als wir in Kairo lebten. Das hat mich sehr beeindruckt.

 

4. Hatten Sie jemals einen anderen Beruf? Welchen?

Ja, einige 😊. Ich startete meine Karriere als Elektromonteur. Nach Abschluss der Schule hatte ich keine Ahnung was ich mit meinem Leben anstellen wollte und auch kein grosses Interesse an der Arbeitswelt. In meinen frühen 20ern wechselte ich zur Polizei und arbeitete dort rund 6 Jahre lang in verschiedensten Funktionen. Die Zeit als Polizist war sehr lehrreich und eine unglaubliche Lebensschule. Parallel dazu gründete ich meine erste eigene Firma. Zusammen mit einem Freund und Geschäftspartner entwickelte ich die schweizweit erste Polizei-App für Personenabfragen direkt auf dem Smartphone. Die Software Entwicklung führte mich dann einige Monate später in die Finanzindustrie, wo ich mich nochmals weiter entwickeln und nebenher den Master in Business Administration absolvierten konnte.

5.  Für wen haben Sie in der Vergangenheit gearbeitet? Was hat Sie bestärkt, die aktuelle Richtung einzuschlagen?

Ich war in zahlreichen Brachen tätig, hab in grossen und kleinen Firmen gearbeitet und kenne die unterschiedlichen Eigenheiten von Staatlichen Institutionen und der Privatwirtschaft. Durch die Breite meiner Berufserfahrung habe ich eine spezielle Perspektive, welche mir oftmals bei der täglichen Arbeit hilft.

Der Entscheid meine eigene Uhrenmarke aufzubauen war ein Bauchentscheid. Ich war schon immer vernarrt in Uhren. Seit ich meine erste Flik Flak von meinen Eltern geschenkt bekam war ich fasziniert von Maschinen, welche man ans Handgelenk schnallen kann. Je älter ich wurde, desto verrückter wurden die Kreationen, von welchen ich träumte.

2012 fing ich damit an, mir ernsthaft Gedanken über eine eigene Uhr zu machen, bei welcher der Fokus aber nicht auf der Zeitmessung lag, sondern wie wichtig die Zeit ist. Das Projekt wurde zu einer Art Katalysator, durch welchen ich das bei der Polizei Erlebte in etwas Positives umwandeln und meiner Kreativität freien Lauf lassen konnte. Abgesehen davon, gibt es doch nichts cooleres, als die eigene Traumuhr zu kreieren und genau das habe ich gemacht.

 

6. Was war der übelste Job, den Sie je machen mussten? 

In einem 1.5m breiten Kanalisationsrohr Elektrokabel zu installieren während einem die Kloake in die Schuhe läuft war nicht gerade ein Spass. Auch nicht im Eisregen Löcher in die Wände einer Neubauanlage zu bohren, bis die durchnässte Bohrmaschine Stromschläge austeilte. Aber die schlimmsten Erlebnisse hatte ich während meiner Zeit als Polizist. Beispielsweise als ich einer Frau und deren zwei Kindern erklären zu musste, dass man Ihren Mann trotz Reanimation nicht retten konnte.

 

7. Was war der schwierigste Moment in Ihrem Leben, und wie haben Sie diesen bewältigt?

Zu erleben wie ein Mensch stirbt, ohne dass man etwas dagegen tun kann. Die Ohnmacht in diesem Moment und die Erkenntnis, dass es uns alle irgendwann trifft. Die einen zerbrechen daran, für mich war es eine riesige Triebfeder, um mich im Leben auf das zu fokussieren, was mich glücklich macht

8. Wer hatte den stärksten Einfluss auf Sie? Was sind Ihre größten Inspirationen?

Meine Lebenspartnerin. Sie begleitet mich seit über 13 Jahren und ist DIE Konstante in meinem Leben und hat grossen Einfluss auf mich.

Ich ziehe aus fast jeder Begegnung mit verschiedenen Menschen Inspiration, da jeder von uns eine spannende Geschichte zu erzählen hat. Wenn man generell mit Interesse und Neugier durch die Welt geht, wird einem bewusst, das Quellen der Inspiration hinter jeder Ecke schlummern.

 

9. Worauf sind Sie besonders stolz? 

Ich bin sehr stolz auf VAULT. Darauf, dass ich zusammen mit einem sehr talentierten und motivierten Team ein kleines aber feines Kapitel Uhrmachergeschichte mit unserer V1 schreiben konnte.

10. Welchen Rat würden Sie einem Zwanzigjährigen geben, der einen ähnlichen Weg wie Sie einschlagen möchte?

Mein Rat wäre der folgende: Zeit ist das wertvollste Gut, das du je haben wirst. Investiere möglichst viel Zeit für deine Leidenschaften und in das was dich glücklich macht. Dabei ist nicht wichtig, ob du Mitarbeiter, Manager oder Entrepreneur bist. Wichtig ist, dass du verstehst, dass der Weg das Ziel ist.

 

11. Nennen Sie drei Dinge, die Sie in Ihrem Leben erledigen möchten.  

Ein Flug zum Mond.

Das Matterhorn besteigen.

Ein Tauchgang mit weissen Haien.

 

12. Wie, denken Sie, wird die Industrie in 10 Jahren aussehen?

Ich glaube in den nächsten 10 Jahren werden Online Verkäufe in der Branche weiter an Fahrt aufnehmen. Damit meine ich, dass mehr und mehr Kunden bereit sein werden, online eine teure Uhr zu kaufen. Dies einerseits da das Vertrauen in die online Kanäle weiter zunehmen wird und anderseits die Uhr auch in der virtuellen Welt besser erlebbar gemacht werden kann. Augmented Reality ist da sicher ein gutes Stichwort.

Weiter glaube ich, dass der Retail Bereich weiter unter Druck geraten wird, da die grossen Brands stärker auf ihre eigenen Stores setzen werden, während kleine Indie Brands sich stärker auf die B2C Kanäle fokussieren werden. Dank Social Media ist es inzwischen viel einfacher, Uhrensammler direkt zu erreichen als noch vor 10 Jahren.


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